Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und seine Ehefrau, die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton, haben sich zu einer Aussage vor dem Kongressausschuss zur Affäre um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffery Epstein bereit erklärt. Das Ehepaar Clinton freue sich darauf, „einen Präzedenzfall zu schaffen, der für alle gilt„, erklärte der Sprecher des Ex-Präsidenten auf der Plattform X.

Die Clintons hatten erst eine Aussage vor dem von den Republikanern dominierten US-Kongress verweigert. Die Anwälte der Clintons argumentierten, dass beide den Abgeordneten schon „vorsorglich und freiwillig“ alle verfügbaren Informationen zur Verfügung gestellt hätten. Der Sprecher der Clintons wiederholte nun, das Ehepaar habe „unter Eid gesagt, was sie wissen„, doch das sei den Abgeordneten „egal“ gewesen. Die Clintons hätten „in gutem Glauben verhandelt, Sie nicht„, erklärte der Sprecher an die Mitglieder des Ausschusses.

Die Zusage der Clintons erfolgte im Hintergrund einer drohenden Anklage wegen Missachtung des Kongresses. Der zuständige Ausschuss hatte schon eine entsprechende Empfehlung an das US-Justizministerium vorbereitet. Unklar blieb zunächst, ob das Repräsentantenhaus diesen Schritt nach der Zusage weiterverfolgen würde Im Fall einer Verurteilung drohen bis zu 12 Monate Haft.

US-Präsident Donald Trump hatte seinem Vorgänger Bill Clinton unterstellt, dieser habe deutlich mehr mit Jeffrey Epstein zu tun gehabt als er selbst. Der Rechtspopulist veranlasste deshalb Ermittlungen gegen den ehemaligen Präsidenten und andere Demokraten. Der Name Bill Clinton tauchte wie der von Trump selbst und anderer Politiker und Prominenter in den bisher veröffentlichten Akten zur Epstein-Affäre auf. Ein persönliches Fehlverhalten konnte aber weder an Clinton noch an Trump nachgewiesen werden.

Quelle: ZDF, AFP, dpa