Die CDU-Politikerin und ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Das hat die amtierende Bundestagspräsidentin Julia Klöckner heute (01.02.) mitgeteilt.

Vor knapp zwei Jahren hatte sie ihre Brustkrebserkrankung öffentlich gemacht. Klöckner würdigte sie als „eine der bedeutendsten Politikerinnen der Bundesrepublik„. Weiter sagte die CDU-Politikerin: „Rita Süssmuths markante Stimme wird unserem Land fehlen. Was sie erreicht hat, wird bleiben.“ Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte zu Süssmuth: „Für eine moderne und offene Gesellschaft hat sie beispielhaft gekämpft und Maßstäbe für Toleranz und Weltoffenheit gesetzt.“ Weiter heiß es vom CDU-Vorsitzenden: „Dieses Land verdankt ihr viel.

Geboren wurde Süssmuth im Jahr 1937 in Wuppertal. Mit 34 Jahren wurde sie Professorin der Erziehungswissenschaften. In den 1970er Jahren war sie Lehrstuhlinhaberin an der Universität Dortmund und zugleich wirkte sie in verschiedenen Gremien des Familienministeriums mit. Sie trat 1981 der CDU bei und wurde unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl im Jahr 1985 Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit. Ein Jahr später bekam sie das Ressort Frauen dazu. So wurde sie zur ersten Bundesfrauenministerin Deutschlands.

Von 1988 bis 1998 war sie dann nach Annemarie Renger (SPD) die zweite Frau, die Bundestagspräsidentin wurde. In dieser Funktion setzte sie sich beherzt für die Verhüllung des Reichstags im Jahr 1995 durch das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude ein. Während ihrer politischen Karriere setzte sich Süssmuth unter anderem für die Reform des Abtreibungsparagrafen 218 ein und engagierte sich für Aidskranke Dabei gelang es ihr nach harten Kämpfen, den Grundsatz „Prävention statt Ausgrenzung“ durchzusetzen.

Nach ihrer politischen Karriere übernahm Süssmuth auch zahlreiche öffentliche Ämter. Im Jahr 2003 wurde sie in die neu gegründete Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts, insbesondere aus jüdischem Besitz („Limbach-Kommission“), berufen. Im Jahr 2005 wurde sie die Präsidentin des Deutschen Polen-Instituts, wo sie zuletzt Ehrenpräsidentin war. Sie war zudem auch über 27 Jahre lang die Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbandes.

Quelle: ZDF, KNA, AFP