Nach Berechnungen einer in den USA ansässigen Nichtregierungsorganisation sind bei den Massenprotesten im Iran bislang 2.571 Menschen getötet worden. Bei 2.403 Toten soll es sich um regierungskritische Demonstranten gehandelt haben, die restlichen 147 haben der „Führung in Teheran“ nahegestanden. Das schreibt die Gruppe Human Rights Activists News Agency (HRANA). Mehr als 18.100 Menschen seien bisher festgenommen worden.
Diese Zahlen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Bei früheren Protesten hatte die Organisation, die von Aktivisten aus dem Iran gegründet wurde, aber letztlich akkurate Zahlen geliefert. Auch andere Nichtregierungsorganisationen sprechen von Hundert oder sogar Tausenden Toten bei den Protesten.
Das Regime in Teheran gibt keine offiziellen Angaben zu Toten, Verletzten oder Festgenommenen im Zuge der Massenproteste im Land. Zudem verhindert der Staat den freien Internetzugang. Dies erschwert unabhängigen Medien die Recherche und die Berichterstattung.
Heute (14.01.) könnte nach Angaben einer kurdischen Menschenrechtsorganisation und von Amnesty International die erste Hinrichtung eines Teilnehmers der jüngsten Protestwelle drohen. US-Präsident Donald Trump hat das Regime in Teheran davor gewarnt. Sollte es zur Hinrichtung kommen, würden die USA „sehr hart reagieren„, sagte Trump dem Sender CBS. Seine Drohung führte er nicht genauer aus.
Seit Beginn der Proteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik vor gut 2 Wochen hatte Trump dem Iran schon mehrfach mit einem Eingreifen der USA gedroht, sollten Demonstranten getötet werden Letzterem sagte er nun wieder Unterstützung zu. Hilfe sei angeblich unterwegs.
Das Internet im Land ist weiterhin gesperrt. Die Menschen im Iran sind daher stark auf den Satelliten-Dienst Starlink von Elon Musk angewiesen, um Videos von den Protesten mit der Welt zu teilen. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg machte Musks Firma SpaceX den Dienst für den Iran kostenlos. Iranischen Behörden gelang es aber laut Medienberichten, den Empfang zum Teil zu stören.
Quelle: ARD



