Das US-Militär hat einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker mit Verbindungen zu Venezuela beschlagnahmt. Soldaten seien an Bord des Schiffes gegangen, das sie seit Wochen schon verfolgt hatten, teilte das Europa-Kommando der US-Streitkräfte (Eucom) mit. Sie hätten die Kontrolle über den Tanker an die Strafverfolgungsbehörden übergeben. Eucom erklärte die Beschlagnahmung mit dem „Verstoß gegen US-Sanktionen„.

US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember eine Blockade gegen sanktionierte Öltanker auf dem Weg nach Venezuela gebracht. Der jetzt geenterte Tanker „Marinera“, der ursprünglich den Namen „Bella-1“ trug, hatte sich dieser Blockade entzogen und war vor Schiffen der US-Küstenwache geflohen.

Das Schiff wurde 2024 von den USA mit Sanktionen belegt, weil es angeblich Fracht für ein Unternehmen schmuggelte, das mit der libanesischen Extremistengruppe Hisbollah in Verbindung stehen soll.

Vorher hatten US-Medien darüber berichtet, dass Russland ein U-Boot in Richtung Atlantik geschickt habe, um den leeren Tanker zu eskortieren. US-Behörden zufolge gehört der Tanker mutmaßlich zur sogenannten Schattenflotte, die unter Verstoß gegen US-Sanktionen Öl für Länder wie Venezuela, Russland und den Iran transportiert.

Der Tanker hatte sich nach Angaben der Webseite Marinetraffic in der Nähe der ausschließlichen Wirtschaftszone vor Island befunden.

Quelle: ZDF, AFP, AP, dpa