Der erhebliche Stromausfall im Südwesten von Berlin ist die Folge von einem politisch motivierten Anschlag. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte, die Täter seien „offenkundig Linksextremisten“ gewesen.
Am frühen Samstagmorgen (03.01.) hatte der Brand einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde wichtige Leitungen beschädigt. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Dem für politische Strafen zuständigen Staatsschutz lag auch ein Bekennerschreiben vor, das nach offiziellen Angaben auf Echtheit geprüft wurde. Mehrere Medien berichteten übereinstimmend, dass das Schreiben von der linksextremistischen Vulkangruppe stammt. Sie habe schon in der Vergangenheit schon mehrere Sabotageakte im Raum Berlin verübt.
Der Südwesten Berlins verbrachte derweil die erste Nacht ohne Strom sowie in Kälte und Dunkelheit. Viele Menschen der betroffenen 45.000 Haushalte und 2.200 Firmen suchten Zuflucht bei Freunden oder Familie oder in einer Notunterkunft. Wie viele letztlich bei Schnee und Kälte in ihren nicht mehr beheizbaren Häusern ausgeharrt haben, ist bisher unklar.
Nach Angaben des Energieversorgers Stromnetz Berlin wurden in der Nacht zum Sonntag stufenweise zumindest rund 7.000 Haushalte und 150 Gewerbegebiete, vor allem im Ortsteil Lichterfelde, wieder mit Strom versorgt. Mit der Wiederversorgung aller Kunden rechnet das Unternehmen nach wie vor bis Mitte nächster Woche.
Die betroffenen Stadtteile sind Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde.
Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin so schwerwiegend und die Reparatur so kompliziert, dass die Notlage außergewöhnlich lange dauern wird. Erst am Donnerstagnachmittag (08.01.) könnten wohl alle Stromkunden wieder versorgt werden, teilte Stromnetz Berlin mit.
Die Sprecherin von Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sagte, dass die Verleger solcher Hochspannungsleitungen normalerweise 5 Wochen Zeit brauchen. Innerhalb weniger Tage wird nun ein Provisorium errichtet.
Quelle: ZDF, dpa, AFP



