Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will eigenen Angaben zufolge am kommenden Freitag (17.10.) zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump nach Washington reisen und dort über Marschflugkörper reden.

Auf Telegram nannte Selenskyj das „Hauptthema des Besuchs“ die „Flugabwehr und unsere Fähigkeiten für weitreichende Angriffe, um Druck auf Russland für Frieden auszuüben„. Er werde mit dem US-Präsidenten die nächsten Schritte vorschlagen, schrieb er. Trump bestätigte auf Nachfragen vor Journalisten dies.

Der Kreml in Moskau hatte das Weiße Haus nachdrücklich vor einer Lieferung von Marschflugkörpern des Typs „Tomahawk“ und der Gefahr einer Gegenreaktion mit Atomwaffen gewarnt. Die US-Streitkräfte setzten in der Vergangenheit seegestützte „Tomahawk“-Raketen in kriegerischen Konflikten ein. Die Ukraine verfügt bisher nicht über geeignete Kriegsschiffe oder U-Boote, aber auch die USA haben eine neue landgestützte Variante. US-Präsident Trump hat eine Lieferung von „Tomahawk“-Marschflugkörpern an die Ukraine nicht ausgeschlossen und sagte jüngst, er wolle mit der russischen Seite über das Thema reden. Kremlsprecher Dmitrij Peskow und der Vizechef des nationalen Sicherheitsrats, Dimitri Medwedew, warnten schon vor solchen Lieferungen.

Marschflugkörper vom Typ „Tomahawk“ haben eine Reichweite von bis zu 2.500 Kilometern und könnten auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden. Selenskyj hat die US-Regierung bereits mehrfach um die Lieferung von Tomahawks gebeten. Bei seinem Besuch werde es auch „wichtige Treffen“ mit Rüstungsunternehmen und eventuell mit US-Senatoren und Kongressabgeordneten geben. Auf Vorschlag Trumps wird es auch Gespräche mit US-Energieunternehmen geben.

Eine Delegation aus der Ukraine, unter anderem die ukrainische Regierungschefin Julia Swyrydenko, ist schon auf dem Weg in die USA.

Quelle: ARD