Der langjährige FDP-Vorsitzende in Thüringen, Thomas Kemmerich, verlässt seine Partei. Er sei nach 20 Jahren Mitgliedschaft in der FDP „der Überzeugung gelangt, dass sich meine Vorstellungen von der Zukunft unseres Landes und die inhaltliche Ausrichtung der Partei auseinanderentwickelt haben„, schreibt der 60-Jährige in seiner Austrittserklärung, die er auch auf Social Media veröffentlichte.
Kemmerich wurde bundesweit bekannt, nachdem er sich im Februar 2020 im Thüringer Landtag mit den Stimmen von CDU, FDP und der AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ. Bei der Wahl hatten die Stimmen der rechtsextremen AfD den Ausschlag dafür gegeben, dass er gewählt wurde. Er nahm auch die Wahl an und trat nach drei Tagen nach bundesweiter Empörung und innerparteilichem Druck wieder zurück. Thüringen stürzte dann in eine Regierungskrise.
Seitdem galt Kemmerichs Beziehung zur Bundes-FDP als belastet. Trotz der Diskussionen um seine Person und herber Einbußen der FDP bei der Landtagswahl vor einem Jahr bestätigten die Liberalen ihn im Oktober wieder als Landesvorsitzenden. Den Posten hatte er seit 2015 inne.
Genauere Angaben zu seinem Austritt nannte Kemmerich nicht. In den vergangenen Monaten hatte er sich öffentlich kritisch über den Kurs seiner Partei geäußert. Diese muss sich „von linksliberalengründen Überzeugungen abwenden„, sagte er im April in einem Interview mit dem Portal The Pioneer.
Quelle: ZDF, dpa, AFP



