Die Sozialdemokraten in Norwegen haben die Parlamentswahl mit ihrem Mitte-Links-Lager gewonnen. Die Partei von Ministerpräsident Jonas Gahr Støre hat mit 28,2 Prozent die meisten Stimmen geholt. Im Vergleich zur Wahl 2021 war dies ein Plus von 1,8 Prozent. Größter Gewinner sind aber die Rechtspopulisten, die mit 23,9 Prozent nun hinter den Sozialdemokraten sind. Sie bekamen im Vergleich zur Wahl 12,3 Prozent mehr. Vor allem junge Wähler und Männer haben nach Wahlerhebungen die rechte Fortschrittspartei gewählt.
Dritte wurden die Konservativen (Høyre) mit der ehemaligen Ministerpräsidentin Erna Solberg, die 14,6 Prozent bekam. Sie haben im Vergleich zur Wahl 2021 5,7 Prozent verloren.
Für das Mitte-Links-Lager von Støre reicht dies nach Berechnungen der Wahlbehörde. Sie bekommen im neuen norwegischen Parlament 87 der 169 Sitze. Die Sozialdemokraten wurden im Wahlkampf von kleineren Parteien unterstützt.
„Wir wussten, dass es knapp werden würde, und das wurde es„, sagte Støre vor seinen Anhängern am Montagabend (08.09.) in Oslo. „Wir wussten, dass wir alles geben mussten und wir haben alles gegeben. Wir haben es geschafft.“ Er dankte auch dem linken Lager, den Grünen und der Rødt-Partei, die ihm angehören.
Seit dem Koalitionsbruch mit der Zentrumspartei führt Støre eine Minderheitsregierung. Dies ist für Norwegen nicht ungewöhnlich. Um regieren zu können, braucht eine Partei oder eine Koalition in Norwegen keine parlamentarische Mehrheit. Nur darf es keine Mehrheit im Parlament gegen sie stimmen.
Im Wahlkampf wurde deutlich, dass viele Norwegerinnen und Norweger die steigenden Lebenshaltungskosten als Problem betrachtet haben. In den vergangenen 12 Monaten sind die Lebensmittelpreise um 5,9 Prozent gestiegen.
Quelle: ARD



