Die CDU-Politikerin und Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach ist internen Vorwürfen ausgesetzt, Geld aus der Parteikasse für private Zwecke eingesteckt zu haben. Das geht aus Recherchen von ntv und dem Magazin „Stern“ hervor. Es geht um 2.500 Euro, die ihr im Januar über Umwege in bar ausgezahlt wurden. Die Anwälte von Bosbach erklärten, dass sie das Geld wieder zurückgezahlt habe.

Der Vorwurf geht auf die polizeiliche Selbstanzeige eines ehemaligen CDU-Mitarbeiters zurück. Diese Anzeige liegt ntv und dem „Stern“ vor. Dieser ehemalige Mitarbeiter behauptet, im Januar eine Scheinrechnung für Leistungen in Bosbachs Wahlkampf über 2.500 Euro gestellt zu haben. Das von der CDU überwiesene Geld habe er danach in zwei Tranchen abgehoben und Bosbach dann bei einem persönlichen Treffen in deren Wohnung überbracht. Den beiden Medien, die diese Recherche machten, liegen Überweisungsbelege und Kontoauszüge vor, die diese Angaben bestätigen. Der gesamte Vorgang wird von dem Ex-Mitarbeiter und einem weiteren ehemaligen Angestellten eidesstattlich versichert.

Die 35-Jährige bestreitet über ihre Anwälte jegliches Fehlverhalten. Sie lässt aber ausrichten, das Geld mittlerweile an die Partei zurückgezahlt zu haben. Ein Schaden habe der CDU nie entstehen können, denn Bosbach habe „der CDU im Umfang von mehreren Tausend Euro von ihr persönlich ausgelegte Wahlkampfkosten, die sie sich hätte erstatten lassen können, niemals zur Erstattung eingereicht„, sagte der Anwalt. Er sagte nicht, wieso Bosbach das Geld entgegennahm. Auch keine Antwort gab es auf die Frage, warum sie die angeblichen Wahlkampfauslagen nicht offiziell über die Partei abrechnete.

Dieser Vorgang hat den Kreisverband von Bosbach, der CDU Rheinisch-Bergischer Kreis, in Unruhe versetzt. Dem Geldboten wurde diese Woche fristlos gekündigt, berichtete ntv. Der Kreisverband der CDU Köln hat zudem relevante Unterlagen des Falls an die Staatsanwaltschaft Köln übermittelt.

Quelle: ntv, Stern