Sandra Harzer-Kux ist nicht zur neuen NDR-Intendantin gewählt worden. Der Rundfunkrat der ARD-Anstalt hat die ehemalige G+J-Managerin und Territory-Chefin gestern (04.04.) im ersten und einzigen Wahlgang nicht die nötige Zweidrittel-Mehrheit erreicht. Aus dem 58-köpfigen Gremium waren 50 Personen anwesend. Harzer-Kux benötigte 34 Ja-Stimmen, bekam aber nur 30 Stimmen. Es waren zudem noch 14 Nein-Stimmen dabei, und sechs haben sich enthalten. Die Enthaltungen werden wie Nein-Stimmen gewertet.

Mit dieser Entscheidung wird nun Harzer-Krux nicht neue NDR-Intendantin und damit muss der aktuelle Intendant Joachim Knuth noch etwas länger bleiben. Eigentlich wollte er im August abtreten und seiner möglichen Nachfolgerin Platz machen. Doch das wird jetzt nichts. „Herr Knuth, Sie müssen noch ein bisschen länger“, sagte der Rundfunkratsvorsitzende Nico Fickinger nach der Wahl, berichtet das Medienmagazin DWDL.

Jetzt muss der Verwaltungsrat wieder ran, der auch schon vorher zuständig dafür war, einen Vorschlag für die Wahl des Intendanten zu machen. Das Gremium kann innerhalb eines Monats wieder einen Vorschlag machen, wobei Harzer-Kux raus ist. Wie es beim NDR jetzt mit der Wahl eines neuen Intendanten weitergehen wird, ist ein Stück weit unklar. Fickinger erklärte bei einer Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung gestern, dass der Verwaltungsrat sich mit dieser Frage in den nächsten Tagen beschäftigen wird.

Einige Rundfunkratsmitglieder kritisierten auch den bestehenden Staatsvertrag und daran auch, dass man bei der Wahl wirklich keine Wahl hatte, weil man nicht zwischen anderen Kandidaten entscheiden konnte. Im Staatsvertrag heißt es: „Der Intendant oder die Intendantin und der Stellvertreter oder die Stellvertreterin werden vom Rundfunkrat auf Vorschlag des Verwaltungsrats für die Dauer von fünf Jahren gewählt.“ Einige NDR-Mitarbeiter fordern nun ein neues Verfahren bei der Wahl des Intendanten. Die Mitarbeitendengremien des NDR erklärten, dass es ein neues Verfahren geben soll, was auch transparent sein soll und an dem auch die Beschäftigten ernsthaft beteiligt sein sollen. Zudem bedauert man, dass es bei der Wahl gestern keine Entscheidung gab.

Bei der Sitzung gestern wurde zudem bekannt, dass Harzer-Kux sich in der letzten Runde des Auswahlverfahrens der Findungskommission gegen zwei Männer durchsetzte. Die Namen der beiden Männer sind nicht bekannt. Redaktionsausschuss, Gesamtpersonalrat und Personalrat in Hamburg kritisieren nun konkret, dass sie zwar Vorschläge für ein Stellenprofil einreichen durften, seitdem aber nicht in das Verfahren einbezogen wurden.

Quelle: DWDL