Das US-Militär hat offenbar ein iranisches Militärgelände in der Hafenstadt Bandar Abbas angegriffen. Darüber berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf Quellen aus dem US-Verteidigungsministerium. Nach Angaben eines Regierungsvertreters gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters soll von der Stellung eine unmittelbare Bedrohung für US-Streitkräfte sowie für den internationalen Schiffsverkehr in der Straße von Hormus ausgegangen sein.
Demnach habe die angegriffene Stellung kurz davor gestanden, fünf Drohnen zu starten. Zusätzlich seien vier weitere Drohnen von den USA abgeschossen worden, weil sie ebenfalls als Gefahr eingestuft wurden. Ein US-Beamter erklärte, die Maßnahmen seien „zurückhaltend, rein defensiv und darauf ausgerichtet gewesen, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten„. Die Angaben der US-Regierung lassen sich derzeit jedoch nicht unabhängig überprüfen.
Bereits zuvor hatten iranische Medien von Explosionen in der Nähe von Bandar Abbas berichtet. Die Stadt gilt als eines der wichtigsten militärischen Zentren des Irans im Persischen Golf und liegt direkt an der strategisch bedeutenden Straße von Hormus. Über diese Meerenge wird ein großer Teil des weltweiten Ölhandels abgewickelt. In den vergangenen Tagen hatten iranische Medien außerdem von nächtlichen Feuergefechten mit dem US-Militär in der Region berichtet.
Der Iran reagierte nach eigenen Angaben mit Gegenangriffen. Die iranischen Revolutionsgarden sollen einen US-Luftwaffenstützpunkt angegriffen haben. Gleichzeitig warnte Teheran, jede weitere „Aggression“ werde mit einer noch „entschlosseneren“ Antwort beantwortet. Laut iranischen Angaben handelte es sich bei dem angegriffenen Stützpunkt um die Basis, von der aus die US-Angriffe auf Bandar Abbas gestartet worden seien.
Auch Kuwait könnte in die Auseinandersetzung hineingezogen worden sein. Die Streitkräfte des Landes teilten am Donnerstagmorgen (28.05.) auf der Plattform X mit, dass die kuwaitische Luftverteidigung derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe abwehre. In Kuwait sind mehrere US-Soldaten stationiert.
Quelle: ARD
