Start News Gesellschaft Ebola-Virus | WHO zählt mehr als 900 Verdachtsfälle

Ebola-Virus | WHO zählt mehr als 900 Verdachtsfälle

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Nach dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo haben die Gesundheitsbehörden einen weiteren Anstieg der Infektionen verzeichnen können. Inzwischen seien nach Angaben von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus mehr als 900 Verdachtsfälle registriert worden. Darunter seien 101 bestätigte Erkrankungen.

Neue Angaben zu Todesfällen machte er nicht. Das Gesundheitsministerium in der Demokratischen Republik Kongo hatte am Wochenende von 204 Todesfällen bei insgesamt 867 Verdachtsfällen gesprochen. Erst in der letzten Woche hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Risiko einer nationalen Ausbreitung des Virus im Kongo auf die Stufe „sehr hoch“ gehoben. Für die Region gilt das Risiko als „hoch“, weltweit als „niedrig“.

Die Helfen kämpfen zudem vor Ort auch mit Misstrauen und Desinformation in der Bevölkerung. In der Provinz Ituri hatten Demonstranten in der letzten Woche Behandlungszelte in Brand gesetzt, nachdem es einen Streit um die sichere Bestattung eines mutmaßlichen Ebola-Toten gegeben hatte. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP wurde auch eine Klinik angegriffen. Der medizinische Leiter des Krankenhauses von Mongbwalu in Ituri, Richard Lokudu, sagte das gestern Abend (24.05.) aufgebrachte junge Männer seine Klinik gestürmt hätten und die Herausgabe von zwei Leichen von zwei ihrer Angehörigen gefordert habe. Dabei seien auch Schüsse gefallen.

Die Leichen von Ebola-Toten können ansteckend sein. Experten waren deswegen davor, dass Angehörige selbst waschen und bestatten, wie es die Menschen in der Region traditionell tun. Nach Ausbruch der Epidemie ordnete die Regierung an, Beisetzungen dort, wo dies möglich ist, nur unter der Beaufsichtig der Behörden zu machen. Das hat immer wieder zu Protesten von Angehörigen geführt.

Das Ebola-Virus hat sich schon über die Landesgrenzen hinaus ausgebreitet. Im Nachbarland Uganda ist die Zahl der nachgewiesenen Fälle am Wochenende auf fünf gestiegen. Auch internationale Helfer sind betroffen: Derzeit wird ein US-Bürger, der sich im Kongo aufhielt und sich mit dem Virus infiziert hat, in der Berliner Charité behandelt. Er muss der Klinik zufolge nicht intensivmedizinisch versorgt werden.

Der Ebola-Ausbruch wurde Mitte Mai in der kongolesischen Provinz Ituri gemeldet. Nach Einschätzung der WHO hatte sich das Virus zu diesem Zeitpunkt schon seit Monaten wahrscheinlich unentdeckt ausgebreitet. Die Eindämmung der Seuche gestaltet sich als schwierig. Die aktuelle Epidemie wird von der seltenen Bundibugyo-Variante verursacht. Dagegen gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Die Sterblichkeitsrate bei dieser Variante liegt bei etwa 30 bis 50 Prozent.

Quelle: ARD

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