Um die Krankenkassen finanziell wieder stabilisieren zu können, sollen Gutverdiener künftig mehr in die Krankenkassen einzahlen. Das geht aus einem Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums hervor, das der ARD vorliegt. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will demnach die Beitragsbemessungsgrenze anheben.
Die Grenze soll im nächsten Jahr dem Entwurf zufolge, zusätzlich zur normalen Erhöhung, einmalig um rund 300 Euro angehoben werden. Im Moment liegt sie bei rund 5.800 Euro brutto im Monat. Bis zu dieser Schwelle des Brutto-Monatsgehalts werden Verdischerungsbeiträge fällig, vom darüber liegenden Gehalt werden keine Beträge mehr abgezogen. Der zusätzliche Aufschlag von 300 Euro sollen Mehreinnahmen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro von Arbeitgebern und Arbeitnehmern führen, die sich die Krankenkassenbeiträge teilen.
Dieser Entwurf ist nach ARD-Informationen ein Teil des Sparpakets der Ministerin für das deutsche Gesundheitssystem. Damit sollen die gesetzlichen Krankenkassen um knapp 20 Milliarden Euro entlastet werden. Auch die Beiträge für die Versicherten sollen nicht weiter steigen und stabil bleiben.
Eine Expertenkommission hatte Vorschläge zur Reform der gesetzlichen Krankenkassen präsentiert. Die Gesundheitsministerin will eigenen Angaben zufolge mehr als drei Viertel dieser Vorschläge umsetzen. Dazu zählt unter anderem die Beschränkung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern, höhere Zuzahlungen für verschreibungspflichtige Medikamente und das Streichen von homöopathischen Leistungen als Kassenleistung.
Quelle: ARD
